Kunst- und Designgeschichte

Dozentin Pia Scharf

Der Kurs Kunst- und Designgeschichte nimmt Positionen, Produkte und Gestaltende in den Blick, wobei ausgewählte Werke aus Kunst, Design und Architektur im Kontext ihrer Zeit und mit Blick auf die heutige gestalterische Praxis von Designer_innen diskutiert werden. In Referaten und Hausarbeiten werden Haltungen von Designer_innen herausgearbeitet, praktisch wird der Kurs um die Gestaltung von Plakaten zu den im Kurs erörterten Gestalter_innen ergänzt.

Alexandra Amos

Komposition in Rot, Gelb, Blau und Schwarz“ von 1921 von Piet Mondrian gemaltes Kunstwerk wird hier auf dem Plakat dargestellt.

Die vom Gemälde ausgehenden Linien sollen die Message hinter den Kunstwerken Mondrians aufgreifen, dass jedes Bild ein Ausschnitt eines großen ist.

Piet Mondrian war ein niederländischer Maler und prägte den Begriff und die Stilrichtung „Neue Gestaltung“. In der „Neuen Gestaltung“ wird dem Prinzip des Gleichgewichts durch die Gegenüberstellung der Gegensätze gefolgt.

David Breuckmann Estellés

Niklas Bsonek

Alvar Aalto, vor allem durch seine architektonische Arbeit bekannt, hat auch eine Reihe von bemerkenswerten Möbeln entworfen, die seine Architektur ergänzen wollen.

Eines seiner bekanntesten Möbelstücke, der Stool 60, wird auf dem Plakat gewürdigt.
Der offene Raum in dem der Hocker präsentiert wird, ist der Bibliothek von Viipuri nachempfunden, für die Aalto ihn ursprünglich entwarf. Die Oberlichter, die auch in der Bibliothek zu finden sind, setzen Spots auf die faszinierende Schlichtheit des Designs.

Wie erfolgreich der Hocker war und ist, zeigen die erfolglosen Bemühungen von Artek, Exemplare aus der ersten Serie zurückzukaufen.
Zu sehen ist außerdem, dass es Aalto neben dem Design auch um die Funktionalität seiner Möbel ging: der Stool 60 ist nahezu unendlich stapelbar.

Der Designer unterzog den Hocker großen Belastungstests, in dem er ihn auf den Boden warf. Dies wird durch den liegenden Stuhl, in der Mitte des Plakates, aufgegriffen.

Carolin Fröhlich

Die Neue Nationalgalerie in Berlin ist nicht nur ein einfaches Gebäude. Vielmehr stellt sie einen Meilenstein in der Architekturgeschichte dar.

Der Architekt, Mies van der Rohe, entwarf die einzigartige Pavillonkonstruktion in seiner damaligen Heimat Chicago und verwirklichte somit seine eigene, über Jahrzehnte währende Beschäftigung mit dem fließenden Raum. Das Zusammenspiel zwischen Innen- und Außenwelt ist bei kaum einem anderen seiner Werke so deutlich zu erkennen. Ebenso ist die Neue

Nationalgalerie in ihrer Reduktion und Vereinfachung sinnbildlich für das Prinzip: „weniger ist mehr“, welches Mies sein Leben lang in seinen Arbeiten vollzog. Wenn es also um die Neue Nationalgalerie geht, kann man durchaus von dem Vermächtnis Mies van der Rohes sprechen. Nach dem Prinzip der bewussten Reduktion wurde ebenfalls das Plakat zum Bau Mies van der Rohes gestaltet, in dem einfache und klare Formen, sowie eine Typografie, die eben das widerspiegelt, verwendet wurden.

Jeffrey Generalao

Maria Isabel Grunwald

Das SK4 von Dieter Rams ist eine Radio-Phono-Kombination.

Die Radio-Phono-Kombination hat ein langlebiges Design und könnte man sich heute auch noch ins Wohnzimmer stellen.
Das Revolutionäre an dem Gerät war der Plexiglasdeckel, den es so noch nicht gab, durch den Plexiglasdeckel stammte auch der Spitzname des SK4, Schneewittchensarg.

Mit dem SK4 hatte Dieter Rams seinen Durchbruch zum Designer gehabt.
Das Zitat „Gutes Design ist langlebig“ stammte aus den 10 Thesen von Dieter Rams und beschreibt die Radio-Phono-Kombination sehr gut.

Julia Hieber

Das entworfene Plakat ist inspiriert von der Zitronenpresse Juicy Salif von Philippe Starck. Ihre Funktion bezieht sich weniger auf die, einer Zitronenpresse, sondern auf die eines Statussymbols, eines Konversationsanregers.

Philippe Starck möchte originelle Alternativen in das alltägliche Leben bringen, ganz nach dem Motto Bedeutung über Funktion.

Lina Ilkenhans

„Das kleine Schwarze“ wurde 1926 von Gabrielle „Coco“ Chanel entworfen. Das Design ist schlicht und reduziert. Der gerade Schnitt in der Kombination mit der Abwesenheit von Farbe legt den Fokus auf die Frau in dem Kleid.

Das revolutionäre an dem Entwurf war die konsequente Nutzung von schwarz, obwohl es zur damaligen Zeit ein Symbol der Trauer war.

Somit klebt an dem Design noch etwas Verruchtes. Doch durch Filmikonen wie Audrey Hepburn wandelt es sich in ein Sinnbild der puren Eleganz. So ist „das kleine Schwarze“ auch heute noch ein absoluter Klassiker.

Vivek Kapila

Elektrische Wasserkocher von Peter Behrens

Peter Behrens (*14.April 1868, +27. Februar 1940) wird als der Vorreiter des heutigen Industriedesigns bezeichne.

Der Elektrische Wasserkocher ist eine der Produkte die er für die AEG erfand.

Anne Marie Krausgrill

„(…) lasst jetzt gar keine Sesselsitze mehr nach der alten Manier anfertigen. Die Sitze sind Dick genug.“, wie Franz Thonet einst sagte, beschreibt den Stuhl Nr. 14 von Michael Thonet nahezu perfekt.

Auch als Konsumstuhl bezeichnet, ist er der Stuhl aller Stühle. Thonet entwickelte einen Stuhl, der auf das wesentliche begrenzt und industriell herstellbar war. Er wurde in seinen Einzelteilen geliefert und erst vor Ort, beim Käufer aufgebaut – für seine Zeit revolutionär.

Das Plakat ist von der schwarzen Ausführung des Stuhls inspiriert. Die geflochtene Sitzfläche spiegelt sich im beigen Hintergrund wieder und die vergrößerte Rückenlehne spielt auf die Einzelteile, in die der Stuhl zerlegt war, an. Die Schrift ist inspiriert vom Logo der Thonet GmbH und die Überschrift greift, durch die eckige Anordnung, wieder die Stuhllehne auf.

Erin Lee

Das entworfene Plakat „Artichoke“ ist vom britischen Arts-and-Crafts-Movement Gründer William Morris inspiriert.

Durch ihn wurden handgefertigte Inneneinrichtungen, wie Tapeten und Möbeln für die breite Mittelschicht erschwinglich gemacht.

Das Hauptmotiv in seinen Arbeiten waren Naturelemente wie auch die Artischocke.
Angelehnt an seine Werke ist der Stile, Farbgebung und Typografie des Plakats.

Ann-Sophie Lorenzen

„Design muss industrielle Kultur schaffen und die Menschen akzeptieren“ ist ein Zitat des Designers Hartmut Esslinger. Er designte den Macintosh Computer aus dem Jahre 1984. Dieser war das erste Modell der Apple Macintosh-Baureihe.

Bei der Gestaltung ihres Plakates ließ sich Ann-Sophie Lorenzen durch die veröffentlichten Werbungen inspirieren, die für das Designobjekt veröffentlicht wurden.

Dabei wurde auch die Farbigkeit des damaligen Apple-Logos verwendet, da die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen eine große Rolle in dem Leben des Designers spielte.

Dennis Lösch

Das entworfene Plakat ist inspiriert von Josef Albers Werk „Hommage tot he Square“. Albers setzte sich intensiv mit Farbtheorie und Farblehre auseinander. Sein Ansatz war dabei spielerisch und experimentell. In seiner Serie „Hommage to the Square“ schuf er bis zu seinem Tod hunderte Werke.

Diese waren alle gleich aufgebaut, hatten aber andere Farbkombinationen, um so die Wechselwirkungen von Farben zueinander zu untersuchen.

Seine Lehre verbreitet er an verschiedenen Kunsthochschulen in der USA. Dabei forderte er die Studenten auf, eine Interaktion mit dem Bild einzugehen, um so die verschiedenen Gesichter einer Farbe verstehen zu können. Für Josef Albers war Kunst nie ein Objekt, sondern immer eine Erfahrung.

Max Maicher

Frustriert über die Menge an Arbeitszeit, die Paula Scher als Grafikdesignerin für Überzeugungsarbeit statt für Kreation aufwendet, fing sie an Karten als Ventil zu malen. Die Gestaltung kam für sie im Design zu kurz. Ihrer Meinung nach ging es viel mehr um das reine Erklären und Präsentieren als um das kreative Ausleben. Scher hat die ganze Welt immer wieder neu interpretiert – Kontinente, Länder, Städte, sogar politische Landschaften und Zeitleisten der Medienberichterstattung auf ihre eigene Art neugestaltet.

Ihre Karten spielen auf die Verzerrung bei der Präsentation von Daten im Web und in den Medien an. Sie sollen keine Info Grafiken sein, sondern den Betrachter fühlen lassen Heutzutage schauen die Menschen auf Diagramme, Karten und Infografiken, als ob sie immer völlig korrekt wären. Das sei ein Fehler, sagt sie, und ein gefährlicher.

Mariya Pawlowski

Das Plakat wurde ganz im Sinne Otl Aichers gestaltet: auf das Nötigste reduziert, zweckerfüllend und trotzdem ansprechend. Die bekannten Farben der Olympischen Spiele 1972 sind in dem Plakat vertreten und symbolisieren Rennstrecken.

Das Zitat Aichers spricht für sich, Aicher erklärt wie sich Design von der Kunst abhebt und das ist ein Gedanke, den man im Designprozess durchaus im Hinterkopf behalten kann.

Nina Pfeffer

Dieses Plakat wurde von Nina Pfeffer entworfen. Dabei handelt es sich um das Gebäude 30 St Mary Axe, von dem Architekten Sir Norman Foster. Dieses Gebäude gleicht einer Essiggurke und wird daher auch umgangssprachlich „The Gherkin“ genannt. Es befindet sich im Finanzdistrikt der Stadt London und wurde im Jahr 2004 fertiggestellt. 30 St Mary Axe ist der Vorreiter von weiteren Gebäuden mit dieser Bauweise.

Das Plakat zeigt eine nachillustrierte Aufnahme des Gebäudes (siehe Mitte). Im oberen rechten Bildbereich befindet sich ein Zitat von Sir Norman Foster, welches seine architektonische Gestaltungsweise unterstreicht. Dieses weist darauf hin, dass er für seine Bauwerke immer die neuesten Technologien verwendet und seiner Zeit weit voraus gestaltet.

Quelle des Zitats: https://www.inspiringquotes.us/author/2279-norman-foster

Vivien Rinkel

Raymond Loewy war ein französisch, amerikanischer Industriedesigner und galt als Pionier der Stromlinienform. Zudem designte er weltberühmte Produkte, wie die Coca Cola Flasche und die Lucky Strike Zigarettenpackung.

Loewy erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen und hat heute zu Recht seinen Platz in der Geschichte als Vater des Industriedesigns gefunden.

Björn Rißwig

Die Schreibmaschine Valentine gilt noch heute als Designklassiker. Ettore Sottsass ist ihr Schöpfer und entwarf diese für den italienischen Bürogeräte-Hersteller Olivetti.

Diese Kooperation war so erfolgreich dass die Schreibmaschine von 1969 bis 2000 produziert wurde. Auch Braun- Star-Designer Dieter Rams und und Musiker David Bowie arbeiteten auf einer Valentine.

Katherine Rowtham

Katy Rowtham hat für Ihr Projekt in Designgeschichte die Tischlampe Tizio von Richard Sapper auf Illustrator gestaltet. Für sie steht die Postmoderne für Fortschritt und hohe Hochhäuser. Da die Tizio durch ihre Beweglichkeit und ihre neue Niedervolt Halogen Technik was Innovatives war, sollte sie groß und die Welt anleuchtend dargestellt werden.

Richard Sappers Leitspruch ist ,,Wir Designer sehen es als Verantwortung Dinge zu schaffen, die das Leben und die Zukunft aller verbessern“ und ist auch heute das Motto von vielen Designern.

Marie Sedelmaier

Marie liebt Kunst- und Designgeschichte. Sie findet es spannend, wie jedes Design für die Kultur und die Lebensumstände in jeder Epoche sichtbar sind. Als Semesteraufgabe durfte sie die Eames und den berühmten Lounge Chair samt Ottoman vorstellen. Seit sie als kleines Kind in solch einem Sessel saß und daraufhin in die Vitra Ausstellung (Weil am Rhein) gegangen ist, ist sie Fan von den Eames und ihren Werken.

Als Ziel nennt sie es, irgendwann einmal einen Lounge Chair zu besitzen, so hat sie auch eine 3D-Druck-Miniatur davon anfertigen lassen. Marie lässt sich gerne von Künstlern inspirieren. Derzeit nennt sie Stefan Sagmeister und Olafur Eliasson als ihre Liebsten Designern, bei letzterem hatte sie die Ehre in seine Werkstatt in Berlin zu gehen und sich begeistern zu lassen.

Isabel Soeder

Niclas Thierschmidt

Mit der Einführung des ersten iPods & iTunes als neue Anlaufstelle für digitale Musik erreicht Apple im Jahre 2001 einen Durchbruch. Aufgrund seiner Baugröße und der Speicherkapazität von 1000 Songs ist der iPod ein Innovationsprodukt gewesen. Gestaltet wurde er von Jonathan Ive, ehemaliger Chefdesigner von Apple. Dieser machte es sich zur Aufgabe, möglichst reduziert zu arbeiten und schaffte damit einen Gestaltungsgrundstein, der bis heute an den Produkten des Unternehmens aufzufinden ist.

Die Miniaturisierung sorgt für mehr Effizienz bei Hardware, die trotz kleiner werdender Bauformen immer leistungsstärker ist und den Industrie-Designern ganz neue Möglichkeiten in der Gestaltung bieten.

Nevena Todorovic

‘’Fallingwater’’ war für Wright ein Meilenstein. Nie zuvor war die Verbindung von Architektur, Landschaft und Wohnen, die er mit seiner ‘’organischen Architektur’’ erreichen wollte, harmonischer gelungen als mit diesem Gebäude.

Dieses Plakat wurde inspiriert von dem berühmten Frank Llyod Wright und sein wunderschönes Gebäude ‘’Fallingwater’’.

Ayleen Wagner

Michelle Wagner

Wilhelm Wagenfeldts Tecnolumen, ist auch unter dem Namen die „Bauhaus Leuchte“ bekannt. Doch wie aktuell ist sein Stil heute noch und ist es berechtigt, dass die Lampe stellvertretend für den Bauhausstil steht? Mit dieser Frage beschäftigte sich Michelle Wagner die letzten drei Monate.

Im Rahmen ihrer Recherche entstand dieses Plakat. Bewusst baute sie verschiedene Elemente des Bauhauses in ihr Design ein, um den Betrachter auf die Relevanz dieses Zeitalters auf Wagenfelds Entwurf aufmerksam zu machen.

Der Gründer des Bauhaus, Walter Gropius, hatte mit seiner Designschule zum Ziel aus herkömmlichen Materialien neues zu schaffen und damit Alltagsgegenstände zu etwas besonderem zu machen.

Diesen Kerngedanken verkörpert Tecnolumen vollkommen. Aus den Materialien Opalglas, vernickeltem Metall und herkömmlichen Glas designte Wagenfeld etwas völlig neues, was die breite Masse bis heute anspricht.

Demnach ja, der Stil der Tecnolumen ist auch heute immer noch sehr modern und hat die Bezeichnung Bauhaus Leuchte mit absoluter Berechtigung.

Franziska Waigel

Das Plakat stellt das Ausstellungsgebäude der Wiener Secession dar. Joseph Maria Olbrich, der Designer und Architekt des Gebäudes, entwarf eine revolutionäre Gestalt eines Ausstellungsgebäudes für seine Zeit. Die Ornamente der Fassade und die goldene Kuppel entsprechen dem Jugendstil.

So eine Entscheidung brach die Regeln der Gestalt eines typischen Ausstellungsgebäudes der 1900 Jahre. Somit wandte man sich von dem damals vorherrschenden Historismus weg. Dieses Gebaute bleibt bis heute noch ein Ausstellungsgebäude und dient als Symbol für die Moderne.

Sophie Wieloch

Das minimalistische Plakat ist ganz dem zeitlosen Design von Naoto Fukasawas Wall-mounted CD-player nachempfunden. Die beigen Farben des Plakats spiegeln die Optik der Lifestylekette Muji wider, bei welcher der CD-Player erworben werden kann.

Mit dem Zitat „Without thought“ wird Fukasawas Philosophie aufgezeigt, welche beschreibt, dass seine Designs ohne nachzudenken genutzt werden können.

Juliette Wisskirchen

Arne Jacobsen war ein dänischer Architekt und Designer. Er war ein Pionier des skandinavischen Designs. Obwohl er sich selbst nicht als Designer sah, ist er vor allem für das Design seiner Stühle und Lampen bekannt geworden.

Dieses Plakat ist eine Hommage an sein Design des “Egg Chair”’s und des Designs der “AJ Table”-Lampe.

Kunst / Designgeschichte

Dozentin Pia Scharf